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AMERICA FIRST



Man erlebt so einiges, wenn man für eine Konzertreihe Künstler bucht. Ständig ist man mit den unterschiedlichsten Menschen und Charakteren im Austausch, sucht passende Termine und verhandelt Honorare.


Dabei sind zwei Dinge unverzichtbar: Transparenz und Verlässlichkeit.


Zum Glück verlaufen die meisten Kontakte positiv, professionell und respektvoll. Gerade in einer Zeit, in der Verlässlichkeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sind solche Begegnungen ein echter Lichtblick und letztlich auch die Motivation, den oftmals erheblichen organisatorischen Aufwand auf sich zu nehmen.


Leider gibt es auch Ausnahmen.


Der Zac Schulze Gang jage ich seit zwei Jahren hinterher, um die Band endlich auf 𝐒𝐄𝐈𝐋𝐄𝐒 𝐁𝐋𝐔𝐄𝐒 & 𝐑𝐎𝐂𝐊 𝐒𝐓𝐀𝐆𝐄 präsentieren zu können. Im März dieses Jahres hat es endlich geklappt: Termin gefunden, Vertrag unterschrieben - Vorfreude groß.


Vor 10 Tagen erreichte mich jedoch eine E-Mail der Agentur mit einer Nachricht, die man als Veranstalter nur schwer nachvollziehen kann:


„... Wir haben für den 23.04.2027 einen Auftritt der 𝐙𝐚𝐜 𝐒𝐜𝐡𝐮𝐥𝐳𝐞 𝐆𝐚𝐧𝐠 bei dir gebucht. Seit sechs Monaten arbeite ich an einer 30-tägigen Europatournee, die dem US-Management ebenso lange bekannt ist. Gestern wurde mir völlig überraschend mitgeteilt, dass die Band im März/April 2027 eine US-Tour spielen wird und deshalb die gesamte Europatournee verschoben werden muss.

Ich habe darauf hingewiesen, dass dies nicht möglich ist, da Verträge bestehen und teilweise bereits Tickets verkauft werden. Das Management machte jedoch unmissverständlich klar, dass die US-Tour Priorität hat.

Ich kann und will eine solche Vorgehensweise nicht mittragen. Um die Integrität und Zuverlässigkeit meiner Agentur zu schützen, beende ich mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dieser Band. Offenbar haben vertragliche Vereinbarungen dort einen anderen Stellenwert als bei uns.

Für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldige ich mich aufrichtig und hoffe, dass unsere Zusammenarbeit darunter nicht leidet...“


Dass die USA derzeit politisch für manche Überraschung gut sind, hat die Welt in den vergangenen Monaten oft genug erlebt. Meine Hoffnung war aber immer, dass zumindest die Kulturbranche von dieser Entwicklung unberührt bleibt, Verlässlichkeit, Fairness und Handschlagqualität weiterhin selbstverständlich sind. Seit 10 Tagen weiß ich nun: Auch dort gilt ohne jede Rücksicht - 𝐀𝐌𝐄𝐑𝐈𝐂𝐀 𝐅𝐈𝐑𝐒𝐓.


Für uns bedeutet das zunächst Enttäuschung. Für unser Publikum aber vor allem die Gewissheit, dass wir alles daransetzen werden, einen mindest gleichwertigen Ersatz zu finden und weiterhin erstklassige Blues- und Rockmusik nach Zwickau zu holen.

 
 
 

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